JAHRESKREISFEST MABON: 21.09.

2022-09-21T15:07:00

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MABON

Feste und Rituale im Laufe des Jahres und im Rhythmus der saisonalen Veränderungen finden sich in den unterschiedlichsten Traditionen. Die zeitgenössischen Hexen und modernen Wicca orientieren sich meist an acht verschiedenen Festen, wobei dies durchaus unterschiedlich gehandhabt werden kann. Zu den acht Festen gehören die vier Feste, die als dem keltischen Kalender entnommen gelten: Imbolc am 02. Februar, Beltane am 30. April, Lughnasadh am 01. August und Samhain am 31. Oktober. Dazu kommen die beiden Tag- und Nachtgleichen Ostara am 21. März und Mabon am 21. September sowie die Sommer- und die Wintersonnenwende Litha am 21. Juni und Yule am 21. Dezember.

Zu allen Jahreskreisfesten gibt es bereits Beiträge, die mit den Links im ersten Absatz aufgerufen werden können. Weitere kommen hinzu, und so beginnt ein neuer Zyklus.

Es ist die Zeit der Ernte und der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche. Die Tage sind merklich kürzer und morgens ist es manchmal schon sehr kühl. Die Fülle des Sommers neigt sich dem Ende und langsam wird es Herbst.

Wie lässt es sich an diesem Tag und in dieser Nacht gut feiern?

RITUALE FÜR ALLEIN PRAKTIZIERENDE: SCOTT CUNNINGHAM

Scott Cunningham war ein in den USA lebender initiierter Wicca, der v.a. in den 1980ern und 90ern einflussreiche Bücher zu Wicca und Magie publizierte. Er lebte offen homosexuell. Cunningham starb bereits in seinen Dreißigern und hinterließ einige wichtige Bücher, die sich an allein Praktizierende richteten. Er war der Meinung, dass sich Wicca mehr öffnen sollte und auch für diejenigen, die nicht in einer Gruppe praktizieren wollten oder dies aus Mangel an Gleichgesinnten nicht konnten, zugänglich sein sollte. Wichtig war ihm auch, dass Praktizierende ihre eigenen Formen entwickeln können.

Deshalb veröffentlichte er Ende der 1980er eine Anleitung für allein Praktizierende. Seine Ritualvorschläge sind also für alle und beschreiben keine Rituale in Gruppen, wie beispielsweise bei der bekannte US-amerikanische Hexe und Aktivistin Starhawk, auf die sich die bereits bestehenden Beiträge zu den Jahreskreisfesten beziehen.

Cunningham schlägt für Mabon vor, den Altar mit Eicheln, Eichenzweigen, Fichten- und Zypressenzapfen, Kornähren sowie Früchten und Nüssen zu schmücken. Als einen Brauch zu Mabon benennt Cunningham Spaziergänge v.a. im Wald, wo sich einiges davon sammeln lässt. Ein typisches Essen zu Mabon bestehe aus den Erträgen der zweiten Ernte wie Getreide und Kürbis. Für das Ritual werden Gott und Göttin angerufen und der Wandel der Jahreszeiten thematisiert. Cunningham formuliert die Anrufung:

„O segensreiche Göttin, Botin der Fruchtbarkeit, ich habe gesät und geerntet die Früchte meiner Taten, der guten wie der schlechten. Gib mir den Mut, die Samen für Freude und Liebe zu pflanzen für das kommende Jahr und Hass und Elend zu vertreiben. Lehre mich das Geheimnis, weise zu leben auf dieser Welt. O Lichtgestalt der Nacht!

Scott Cunningham 2020 (1988), Wicca…, S. 168

WISSENSWERTES ZU MABON

In unserem bereits bestehenden Beitrag zu Mabon geht es um Ritualvorschläge der feministischen Wicca und Aktivistin Starhawk, außerdem um einen Vegetationsdämonen und die Schriften des walisischen ‚Mabinogion‘. Auf diese mittelalterlichen Schriften bezog sich der walisische Gelehrte W.J. Gruffydd. Und auf seinen Schriften aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beruhte dann wahrscheinlich die Namensgebung Mabon, die in den 1970ern der US-amerikanische Wicca Aidan A. Kelly entwickelte. Mögliche Bezüge zu einer vor-christlichen Gottheit namens Mabon oder saisonalen Festen sind aber nicht gesichert.

Der bestehende Beitrag kann hier aufgerufen werden: MABON.

Nachlesen & Nachhören

Scott Cunningham (2020; engl. Original 1988/2004), Wicca. Einführung in Spiritualität und Praxis der neuen Hexenkunst, München, hier S. 168. Es empfiehlt sich das Original Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner, Woodbury.

Der kanadische Podcast Missing Witches befasst sich mit Hexen der Gegenwart und Vergangenheit und erzählt ihre Geschichten, eine Folge ist Scott Cunningham gewidmet.

Ronald Hutton (2008), Modern Pagan Festivals: A Study in the Nature of Tradition, in: Folklore 119:3, S. 251-273; DOI: 10.1080/00155870802352178.

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